Das Gericht der Nationen (Schafe und Böcke)

Eschatologie13 Min. Lesezeit

1. Einleitung

Das Gericht über die Nationen (Schafe und Böcke) in Matthäus 25,31–46 gehört zu den bedeutendsten endzeitlichen Gerichten des Neuen Testaments. Es schildert, wie der Sohn des Menschen Schafe und Böcke voneinander scheidet – ein Bild für gerechte und ungerechte Heiden –, und zwar auf der Grundlage dessen, wie sie „einem dieser meiner geringsten Brüder“ begegnet sind.

Diese Passage ist für die biblische Eschatologie von zentraler Bedeutung, weil sie:

  • nach der Zweiten Wiederkunft Christi und vor dem Beginn des Millenniums stattfindet.
  • darüber entscheidet, wer unter den überlebenden Nationen in das irdische Reich Christi eingehen wird.
  • die Kriterien offenlegt, anhand derer Christus zu dieser Zeit wahre Gläubige von Ungläubigen unterscheidet.

Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf Matthäus 25,31–46 und erklärt, wann dieses Gericht stattfindet, wer gerichtet wird und worin die Grundlage für die Scheidung zwischen Schafen und Böcken besteht.

„Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen.“
Matthäus 25,31

2. Rahmen und Zeitpunkt des Gerichts

2.1 Der Zusammenhang in Matthäus 24–25

Das Gericht über die Nationen steht am Ende der Endzeitrede auf dem Ölberg (Olivet Discourse, Matthäus 24–25) und folgt dort einer klaren chronologischen Abfolge:

  1. Ereignisse der Trübsal (Matthäus 24,4–28).
  2. Die Zweite Wiederkunft Christi in Herrlichkeit (Matthäus 24,29–31).
  3. Gleichnisse, die Israel und bekennende Gläubige zur Wachsamkeit mahnen (Matthäus 24,45–25,30).
  4. Das Gericht über die Nationen (Matthäus 25,31–46).

Damit ist dieses Gericht keine allgemeine oder bloß symbolische Aussage über die gesamte Menschheitsgeschichte, sondern ein konkretes endzeitliches Ereignis, das unmittelbar mit der sichtbaren Wiederkunft Christi verknüpft ist.

„Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen.“
Matthäus 25,31

Wichtige Merkmale des Zeitpunktes:

  • Es findet nach der Trübsal statt.
  • Es folgt auf die sichtbare Wiederkunft Christi zur Erde („in seiner Herrlichkeit kommen“).
  • Es steht im Zusammenhang mit seinem Sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, dem davidisch-messianischen Thron über die Nationen.

2.2 Abgrenzung vom Großen weißen Thron

Für eine klare biblische Eschatologie muss das Gericht über die Nationen vom Gericht vor dem Großen weißen Thron in Offenbarung 20,11–15 unterschieden werden:

MerkmalGericht über die Nationen (Mt 25,31–46)Großer weißer Thron (Offb 20,11–15)
ZeitpunktNach der Zweiten Wiederkunft, vor dem MillenniumNach dem Millennium
OrtAuf der Erde („Thron seiner Herrlichkeit“)Vor einem Großen weißen Thron; Schöpfung flieht
GerichtsobjekteLebende Nationen/Heiden (Schafe und Böcke)Verlorene Tote aller Zeiten
Auferstehung erwähnt?NeinJa – „die Toten … wurden gerichtet“
Anwesende GruppenSchafe, Böcke und „Brüder“Nur die Verlorenen; keine gerettete Gruppe im Blick
ErgebnisEinige gehen ins Reich ein; andere ins ewige FeuerAlle werden in den Feuersee geworfen

Das Gericht über die Nationen ist somit ein vor-millenniales Gericht über Lebende und nicht das abschließende, universale Gericht über alle Toten.

3. Wer wird gerichtet? Identifikation von Schafen, Böcken und „Brüdern“

3.1 „Alle Nationen“ – Der Umfang

„Und vor ihm werden alle Nationen versammelt werden; und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.“
Matthäus 25,32

Der Ausdruck „alle Nationen“ gibt das griechische ta ethnē wieder, das häufig Heidenvölker bezeichnet. In diesem Gericht:

  • liegt der Fokus auf einzelnen Heiden, nicht auf politischen Staatenblöcken.
  • scheidet Jesus „sie voneinander“, also Personen, was auf ein persönliches Gericht und nicht auf ein rein kollektives Nationalurteil hinweist.
  • handelt es sich um lebende Überlebende der Trübsal – Menschen, die bei der Wiederkunft Christi noch am Leben sind.

Dieses Gericht umfasst daher nicht:

  • die Toten vergangener Zeitalter (sie erscheinen, sofern unerlöst, später vor dem Großen weißen Thron).
  • die bereits verherrlichten Gemeinde-Heiligen (sie wurden bei der Entrückung aufgenommen und am Richterstuhl Christi belohnt).
  • die auferstandenen alttestamentlichen Gläubigen und die Märtyrer der Trübsal (die auferweckt und mit Christus herrschen).

Es geht um lebende Heiden, die soeben durch die Trübsal gegangen sind und nun vor Christus stehen, um zu entscheiden, ob sie in sein tausendjähriges Reich eingehen dürfen.

3.2 Die Schafe

Die Schafe werden zu Rechten Christi gestellt – die Seite von Gunst und Anerkennung:

„Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an!“
Matthäus 25,34

Wesentliche Punkte zu den Schafen:

  • Sie werden als „Gerechte“ bezeichnet (Matthäus 25,37.46).
  • Es handelt sich um Gläubige – ihre Werke offenbaren ein durch Gnade verändertes Herz.
  • Sie gehen in das Reich ein in ihren sterblichen (natürlichen) Körpern und werden während des Millenniums die Erde wiederbevölkern.

3.3 Die Böcke

Die Böcke werden zu Linken Christi gestellt und als „Verfluchte“ bezeichnet:

„Dann wird er auch zu denen zu seiner Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!“
Matthäus 25,41

Wesentliche Punkte zu den Böcken:

  • Sie sind ungläubige Heiden, die während der Trübsal die Wahrheit verworfen haben.
  • Ihr Mangel an barmherziger Zuwendung gegenüber den Brüdern Christi offenbart ein unwiedergeborenes Herz.
  • Sie werden aus dem Reichsumfeld entfernt und in die ewige Strafe geschickt (Matthäus 25,46).

3.4 „Die Geringsten meiner Brüder“

Die dritte Gruppe – „diese meine Brüder“ – ist entscheidend, um die Kriterien des Gerichts zu verstehen.

„Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Matthäus 25,40

Obwohl manche „meine Brüder“ allgemein auf alle Bedürftigen beziehen, weist der endzeitliche Kontext und die biblische Sprachverwendung auf eine spezifischere Gruppe hin:

  • „Meine Brüder“ bezieht sich am natürlichsten auf Jesu jüdische Volksgenossen.
  • Im Kontext der Trübsal rückt besonders die Gruppe der gläubigen Juden in den Blick, einschließlich der 144.000 Zeugen (Offenbarung 7), die unter massiver Verfolgung das Evangelium vom Reich verkündigen.
  • Diese Brüder sind während der Trübsal leidend, verfolgt, gehetzt, inhaftiert und entrechtet.

Dementsprechend werden die Nationen danach beurteilt, wie sie den jüdischen Brüdern Christi begegnet sind – insbesondere den gläubigen Juden, die seine Botschaft in einer von Antichrist-Herrschaft geprägten, feindlichen Welt verkündigen.

4. Das Kriterium des Gerichts: Werke als Beweis des Glaubens

Die zentrale Auslegungsfrage von Matthäus 25,31–46 lautet: Auf welcher Grundlage werden Schafe und Böcke unterschieden?

4.1 Die sechs Barmherzigkeitstaten

Jesus nennt sechs konkrete Handlungen:

„Denn ich war hungrig, und ihr gabt mir zu essen; ich war durstig, und ihr gabt mir zu trinken;
ich war ein Fremder, und ihr nahmt mich auf;
ich war nackt, und ihr bekleidetet mich;
ich war krank, und ihr besuchtet mich;
ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.“
Matthäus 25,35–36

Der entsprechende Vorwurf gegen die Böcke lautet, dass sie diese Dinge nicht getan haben (Matthäus 25,42–43).

Diese Taten:

  • sind konkrete Ausdrucksformen von Mitgefühl und Treue.
  • sind im Kontext der Trübsal riskant und gefährlich: Wer den verfolgten Zeugen Christi hilft, riskiert wirtschaftliche Existenz und Leben (vgl. Offenbarung 13).
  • dienen als öffentlich sichtbarer Beweis der inneren Stellung zu Christus und seiner Botschaft.

4.2 Keine Werksgerechtigkeit, sondern Werke als Offenlegung des Glaubens

Es ist wichtig, das biblische Gleichgewicht zu wahren:

  • Die Heilige Schrift lehrt eindeutig, dass Rettung aus Gnade durch Glauben geschieht, nicht aufgrund von Werken (Epheser 2,8–9; Titus 3,5).
  • Doch ein wahrer rettender Glaube bringt stets Frucht hervor (Jakobus 2,14–26).

In diesem Gericht gilt:

  • Glaube an Christus während der Trübsal wird durch mutige Liebestaten gegenüber seinen verfolgten Brüdern sichtbar gemacht.
  • Die Schafe sind nicht aufgrund ihrer Werke gerettet; sie tun diese Werke, weil sie gerettet sind.
  • Die Weigerung der Böcke, den Brüdern Christi beizustehen, entlarvt Unglauben und eine innere Übereinstimmung mit dem gottfeindlichen Weltsystem.

Das Kriterium beim Gericht über die Nationen lässt sich daher so zusammenfassen:

Die gelebte Reaktion einzelner Heiden auf Christus und sein Evangelium während der Trübsal, erkennbar an ihrem Verhalten gegenüber seinen jüdischen Brüdern.

4.3 Identifikation mit Christus

Ein zentraler theologischer Schlüssel dieses Gerichts ist die persönliche Identifikation Christi mit seinem Volk:

„Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Matthäus 25,40

„Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan.“
Matthäus 25,45

Das bedeutet:

  • Wer seine Boten aufnimmt, nimmt Christus selbst auf.
  • Wer seine leidenden Leute ablehnt oder ihnen gleichgültig gegenübersteht, lehnt Christus selbst ab.

Im Gericht über die Nationen wird diese Einheit zwischen dem König und den Seinen vor der sichtbaren Weltöffentlichkeit feierlich bestätigt und gerechtfertigt.

5. Ergebnisse des Gerichts: Reichseintritt und ewiges Schicksal

Das Gericht über die Nationen führt zu zwei ewigen Richtungen und zu einem unmittelbaren historischen Ergebnis.

5.1 Die Schafe: Erben des Reiches und des ewigen Lebens

„Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an!“
Matthäus 25,34

„Die Gerechten aber [gehen] in das ewige Leben ein.“
Matthäus 25,46

Für die Schafe gilt:

  • Sie erben das Reich – sie erhalten Zutritt zum tausendjährigen Friedensreich Christi auf Erden.
  • Gleichzeitig empfangen sie das ewige Leben; das Millennium ist die irdische, vermittelnde Phase ihrer ewigen Seligkeit.
  • Sie gehen im natürlichen Körper in das Reich ein, gründen Familien und leben unter der direkten Regierung Christi.

5.2 Die Böcke: Ewige Strafe

„Dann wird er auch zu denen zu seiner Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!“
Matthäus 25,41

„Und diese werden in die ewige Strafe hingehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.“
Matthäus 25,46

Für die Böcke gilt:

  • Sie werden entfernt und vom Zugang zum messianischen Reich ausgeschlossen.
  • Sie gehen in die ewige Strafe, dieselbe endgültige Bestimmung wie der Teufel und seine Engel (vgl. Matthäus 25,41; Offenbarung 20,10.15).
  • Es gibt keine zweite Chance, keine weitere Bewährungszeit, keine teilweise Läuterung – das Urteil ist endgültig.

5.3 Der gereinigte Eingang in das Millennium

Die Wirkung des Gerichts über die Nationen besteht darin, dass:

  • nur Gläubige – sowohl errettete Juden als auch errettete Heiden – in das Millennium eingehen.
  • alle Ungläubigen unter den Nationen entfernt werden, sodass das Reich mit einer wiedergeborenen Ausgangsbevölkerung unter der gerechten Herrschaft Christi beginnt.

Das Gericht über die Nationen ist damit ein Schwellen- oder Eingangsgereicht: Es bildet die moralische und geistliche Grenze zwischen dem jetzigen bösen Zeitalter und dem messianischen Reich auf Erden.

6. Theologische Bedeutung für die biblische Eschatologie

Das Gericht über die Nationen (Schafe und Böcke) in Matthäus 25,31–46 vermittelt mehrere zentrale Themen der biblischen Eschatologie:

  • Die Autorität Christi als König und Richter: Er sitzt auf dem Thron seiner Herrlichkeit und übt universales Gericht über die Nationen.
  • Die zentrale Rolle Israels und der „Brüder“ Christi: Die Behandlung der jüdischen Brüder Christi – insbesondere der gläubigen Juden – ist der sichtbare Maßstab für die wahre Stellung der Nationen zu Gottes Heilshandeln.
  • Glaube, der sich unter extremen Bedingungen bewährt: In der Trübsal werden äußere Taten gegenüber verfolgten Gläubigen zu einem scharfen Prüfstein echten Glaubens.
  • Ein geordnetes, mehrstufiges Gerichtsprogramm: Dieses Gericht steht neben dem Richterstuhl Christi, dem Gericht über Israel, dem Großen weißen Thron und dem Gericht über die gefallenen Engel und zeigt, dass Gottes endzeitliche Gerichte geordnet, zielgerichtet und unterscheidend sind – nicht ein einziger, undifferenzierter „Jüngster Tag“.

Für Endzeit- und Prophetieschüler muss Matthäus 25,31–46 als ein konkretes, zukünftiges Gericht über lebende Heiden verstanden werden, nicht als allgemeine Begründung einer sozialethisch verkürzten „Sozialevangelium“-Theologie und ebenso wenig als Infragestellung der Rettung aus Gnade durch Glauben. Es ist eine dramatische öffentliche Szene, in der der König offenbart, wer in der dunkelsten Stunde der Weltgeschichte wirklich zu ihm gehörte – und wer nicht.

Schlussfolgerung

Das Gericht über die Nationen (Schafe und Böcke) in Matthäus 25,31–46 ist ein klar abgegrenztes endzeitliches Gericht, das nach der herrlichen Wiederkunft Christi und vor dem Beginn seines Millenniums stattfindet. Es betrifft lebende heidnische Individuen, die vor dem Thron Christi versammelt und als Schafe und Böcke voneinander geschieden werden.

Die Schafe, als Gerechte bezeichnet, sind diejenigen, deren opferbereite Fürsorge für die verfolgten „Brüder“ Christi während der Trübsal einen echten Glauben an den König erkennen lässt. Sie werden eingeladen: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich …“. Die Böcke, deren Gleichgültigkeit oder Feindschaft ihren Unglauben offenbart, werden in das ewige Feuer weggeführt.

Die Kriterien dieses Gerichts stellen keine Absage an die Gnadenrettung dar, sondern bestätigen mit Nachdruck, dass wahrer Glaube niemals unsichtbar bleibt. Unter äußerstem Druck erweist er sich in Treue zu Christus und Liebe zu seinem Volk. Durch dieses Gericht rechtfertigt Christus seine Leute vor aller Welt, reinigt die Erde für seine Herrschaft und entscheidet endgültig über das Schicksal der Nationen, die seine Wiederkunft erlebt haben.

FAQ

F: Ist das Gericht über die Nationen in Matthäus 25 dasselbe wie das Gericht vor dem Großen weißen Thron?

Nein. Das Gericht über die Nationen (Schafe und Böcke) findet nach der Zweiten Wiederkunft statt und betrifft lebende heidnische Überlebende der Trübsal. Das Gericht vor dem Großen weißen Thron in Offenbarung 20,11–15 folgt nach dem Millennium und betrifft die verlorenen Toten aller Zeitalter, die in den Feuersee geworfen werden.

F: Wer genau sind die „Schafe“ und „Böcke“ im Gericht über die Nationen?

Die Schafe stehen für gläubige Heiden, die während der Trübsal ihren echten Glauben an Christus dadurch erwiesen haben, dass sie sich um seine verfolgten „Brüder“ kümmerten. Die Böcke stehen für ungläubige Heiden, deren Weigerung, den Brüdern Christi zu helfen, ihre Ablehnung Christi sichtbar macht. Beide Gruppen bestehen aus lebenden Menschen, nicht aus symbolischen Nationen oder Gläubigen der Gemeindezeit.

F: Wer sind „die Geringsten meiner Brüder“ in Matthäus 25,40?

In diesem eschatologischen Zusammenhang bezieht sich „meine Brüder“ am naheliegendsten auf die jüdischen Brüder Jesu, besonders auf gläubige Juden, die während der Trübsal das Evangelium verkündigen und schwere Verfolgung erleiden. Die Art und Weise, wie Heiden mit diesen Brüdern umgehen, wird zum sichtbaren Beweis ihrer Antwort auf Christus und seine Botschaft.

F: Lehrt das Gericht über die Nationen eine Rettung durch Werke?

Nein. Die Schrift lehrt einhellig, dass Rettung aus Gnade durch Glauben geschieht. In Matthäus 25 sind die erwähnten Werke (Speisung, Bekleidung, Besuch, Aufnahme) Beweise eines echten Glaubens, nicht die Ursache der Rettung. Die Taten der Schafe zeigen, dass sie wirklich zu Christus gehörten; die Unterlassung der Böcke zeigt, dass sie es nicht taten.

F: Was geschieht mit den Schafen und Böcken unmittelbar nach diesem Gericht?

Die Schafe werden eingeladen, das Reich zu ererben, und gehen in das Millennium Christi auf Erden in ihren sterblichen Körpern ein, wo sie unter seiner Herrschaft leben und die Erde wiederbevölkern. Die Böcke werden im Gericht entfernt und gehen in die ewige Strafe ein, ausgeschlossen vom Reich und verurteilt zu demselben ewigen Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist.

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Häufig gestellte Fragen

F: Ist das Gericht über die Nationen in Matthäus 25 dasselbe wie das Gericht vor dem Großen weißen Thron?
Nein. Das **Gericht über die Nationen (Schafe und Böcke)** findet **nach der Zweiten Wiederkunft** statt und betrifft **lebende heidnische Überlebende** der Trübsal. Das **Gericht vor dem Großen weißen Thron** in *Offenbarung 20,11–15* folgt **nach dem Millennium** und betrifft die **verlorenen Toten aller Zeitalter**, die in den Feuersee geworfen werden.
F: Wer genau sind die „Schafe“ und „Böcke“ im Gericht über die Nationen?
Die **Schafe** stehen für **gläubige Heiden**, die während der Trübsal ihren echten Glauben an Christus dadurch erwiesen haben, dass sie sich um seine verfolgten „Brüder“ kümmerten. Die **Böcke** stehen für **ungläubige Heiden**, deren Weigerung, den Brüdern Christi zu helfen, ihre Ablehnung Christi sichtbar macht. Beide Gruppen bestehen aus **lebenden Menschen**, nicht aus symbolischen Nationen oder Gläubigen der Gemeindezeit.
F: Wer sind „die Geringsten meiner Brüder“ in Matthäus 25,40?
In diesem eschatologischen Zusammenhang bezieht sich „meine Brüder“ am naheliegendsten auf **die jüdischen Brüder Jesu**, besonders auf **gläubige Juden**, die während der Trübsal das Evangelium verkündigen und schwere Verfolgung erleiden. Die Art und Weise, wie Heiden mit diesen Brüdern umgehen, wird zum sichtbaren Beweis ihrer Antwort auf Christus und seine Botschaft.
F: Lehrt das Gericht über die Nationen eine Rettung durch Werke?
Nein. Die Schrift lehrt einhellig, dass Rettung **aus Gnade durch Glauben** geschieht. In Matthäus 25 sind die erwähnten **Werke** (Speisung, Bekleidung, Besuch, Aufnahme) **Beweise** eines echten Glaubens, nicht die Ursache der Rettung. Die Taten der Schafe zeigen, dass sie wirklich zu Christus gehörten; die Unterlassung der Böcke zeigt, dass sie es nicht taten.
F: Was geschieht mit den Schafen und Böcken unmittelbar nach diesem Gericht?
Die **Schafe** werden eingeladen, das **Reich zu ererben**, und gehen in das **Millennium** Christi auf Erden in ihren **sterblichen Körpern** ein, wo sie unter seiner Herrschaft leben und die Erde wiederbevölkern. Die **Böcke** werden im Gericht entfernt und gehen in die **ewige Strafe** ein, ausgeschlossen vom Reich und verurteilt zu demselben ewigen Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist.

L. A. C.

Theologe spezialisiert auf Eschatologie, engagiert darin, Gläubigen zu helfen, Gottes prophetisches Wort zu verstehen.

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