Der große weiße Thron vs. der Richterstuhl Christi

Eschatologie11 Min. Lesezeit

1. Einleitung

Innerhalb der biblischen Eschatologie werden nur wenige Themen so häufig miteinander verwechselt wie das Gericht vor dem Großen Weißen Thron und der Richterstuhl Christi. Populäre Predigten und allgemeine Vorstellungen vom „Tag des Gerichts“ verschmelzen diese beiden oft zu einem einzigen Ereignis, doch das Neue Testament unterscheidet sie klar.

Dieser Artikel bietet einen konzentrierten, grundlegenden Vergleich dieser beiden zukünftigen Gerichte: wer gerichtet wird, wann sie stattfinden, was ihr Zweck ist und welche ewigen Konsequenzen sie haben. Diese Unterscheidung zu klären, ist entscheidend für das Verständnis der Endzeitprophetie, des Heils, der Belohnungen und der endgültigen Bestimmung von Gläubigen und Ungläubigen.


2. Biblische Grundlagen für zwei unterschiedliche Gerichte

2.1 Das Gericht vor dem Großen Weißen Thron

Der zentrale Text findet sich in Offenbarung 20,11–15:

„Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; vor dessen Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde kein Platz für sie gefunden.
Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das Buch des Lebens ist.
Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken …
Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, wurde er in den Feuersee geworfen.“
Offenbarung 20,11–12.15

Zentrale Merkmale:

  • Ein „großer weißer Thron“, Symbol für göttliche Majestät, Heiligkeit und vollkommene Gerechtigkeit.
  • „Die Toten, die Großen und die Kleinen“ erscheinen – der Zusammenhang zeigt, dass es sich um Ungläubige aller Zeitalter handelt.
  • Bücher werden geöffnet, darunter das Buch des Lebens.
  • Endgültiges Schicksal: der Feuersee, „der zweite Tod“ (Offb 20,14).

2.2 Der Richterstuhl Christi (Bema)

Der Richterstuhl Christi wird in mehreren neutestamentlichen Stellen beschrieben, am deutlichsten in:

„Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit ein jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, es sei gut oder böse.“
2. Korinther 5,10

„Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es klar machen …
Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.“
1. Korinther 3,11–15

Zentrale Merkmale:

  • Eindeutig an Gläubige gerichtet („wir … irgendjemand“, der auf Christus als Fundament baut).
  • Fokus auf der Bewertung der Werke, nicht auf der Frage des Heils.
  • Ergebnis ist Lohn oder Verlust des Lohnes, aber die Person „selbst wird gerettet werden“.

3. Wer wird gerichtet? Teilnehmer an den jeweiligen Gerichten

Die wichtigste Unterscheidung betrifft die Personen, die vor den jeweiligen Gerichten stehen.

3.1 Der Große Weiße Thron: Nur Ungläubige

Die Offenbarung 20 bezeichnet die dort Gerichteten durchgängig als „die Toten“, im Gegensatz zu „den Toten in Christus“. Alle, die vor dem Großen Weißen Thron erscheinen:

  • Sind ohne rettenden Glauben an Christus gestorben.
  • Werden auferweckt in der von Jesus so genannten „Auferstehung des Gerichts“ (Johannes 5,28–29).
  • Haben keinen Eintrag im Buch des Lebens (Offb 20,15).

Dieses Gericht trennt nicht Gläubige von Ungläubigen. Es ist ein Gericht der gottlosen Toten allein. Dass ihre Namen nicht im Buch des Lebens stehen, zeigt, dass sie bereits verloren sind; das Gericht offenbart und bestätigt nur die Gerechtigkeit ihrer Verdammnis.

3.2 Der Richterstuhl Christi: Nur Gläubige

Demgegenüber ist der Richterstuhl Christi (häufig auch Bema genannt) ausschließlich für Gläubige:

  • 2. Korinther 5,10 – „wir … müssen alle offenbar werden“ bezieht sich auf Christen, an die Paulus schreibt.
  • Römer 14,10–12 – Gläubige „werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden“ und „Rechenschaft geben“.
  • 1. Korinther 3,11–15 – es geht nur um solche, die Christus als Fundament haben.

Alle, die vor dem Bema erscheinen, sind:

  • Bereits aus Gnade durch Glauben gerettet (Epheser 2,8–9).
  • Bereits in Christus geborgen und im Buch des Lebens verzeichnet.
  • Werden als Diener und Haushalter beurteilt, nicht als Angeklagte in einem Strafprozess um ihr Heil.

Kein Ungläubiger erscheint vor dem Richterstuhl Christi; kein Gläubiger erscheint vor dem Großen Weißen Thron.


4. Wann finden diese Gerichte statt?

4.1 Die Zeit des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron

Die Offenbarung 20 ordnet das Gericht vor dem Großen Weißen Thron nach folgenden Ereignissen ein:

  1. Nach der Zweiten Wiederkunft Christi (Offb 19).
  2. Nach dem tausendjährigen messianischen Reich (Millennium) (Offb 20,1–6).
  3. Nach der letzten Rebellion und endgültigen Niederlage Satans (Offb 20,7–10).

Dann schreibt Johannes:

„Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß …“
Offenbarung 20,11

Das zeitliche „und ich sah“ (darauf folgend) macht deutlich:

  • Das Gericht vor dem Großen Weißen Thron findet nach dem Millennium statt.
  • Es ist das letzte Gericht in der Zeit, bevor der neue Himmel und die neue Erde eingeführt werden (Offb 21,1).

4.2 Die Zeit des Richterstuhls Christi

Das Bema-Gericht für die Gläubigen findet früher im prophetischen Ablauf statt:

  • Gläubige werden auferweckt und bei der Entrückung Christus entgegengerückt (1. Thessalonicher 4,16–17).
  • Im Himmel erscheinen sie vor dem Richterstuhl Christi (2. Korinther 5,10).
  • Sie werden vor der öffentlichen Wiederkunft auf die Erde belohnt (Offenbarung 19,7–8 zeigt die Braut bereits bekleidet mit „gerechten Taten der Heiligen“).

Daher:

  • Der Richterstuhl Christi findet nach der Entrückung und vor bzw. im Zusammenhang mit der sichtbaren Wiederkunft Christi zur Aufrichtung des Millenniums statt.
  • Der Große Weiße Thron findet nach dem Millennium statt, unmittelbar bevor die ewige Ordnung beginnt.

5. Zweck: Warum finden diese Gerichte statt?

5.1 Zweck des Richterstuhls Christi

Der Zweck des Bema ist nicht, das Heil zu bestimmen, sondern den Dienst des Gläubigen zu bewerten und zu belohnen:

  1. Bewertung der Werke und Motive

    • „damit ein jeder empfange, was er in dem Leib getan hat“ (2. Kor 5,10).
    • Die Werke werden als „Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh“ (1. Kor 3,12) geprüft, was Qualität und Beweggrund sichtbar macht.
  2. Zuteilung von Lohn

    • Treue Gläubige „werden Lohn empfangen“ (1. Kor 3,14).
    • Andere „werden Schaden leiden“, doch „er selbst wird gerettet werden“ (1. Kor 3,15).
    • Dies schließt Kronen (Siegeskränze), Autorität im Reich und andere ewige Vorrechte ein.
  3. Offenbarung der Gerechtigkeit und Gnade Christi

    • Christus erkennt die unterschiedlichen Grade der Treue unter seinem Volk gerecht an.
    • Das Bema offenbart Gottes vollkommene Fairness unter den Erlösten.

Kurz gesagt: Der Richterstuhl Christi ist eine familiäre Beurteilung, kein strafrechtlicher Gerichtsprozess.

5.2 Zweck des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron

Der Große Weiße Thron hat einen ganz anderen Schwerpunkt:

  1. Endgültige Verurteilung der Verlorenen

    • Alle Anwesenden sind bereits geistlich tot und ungerettet.
    • Ihr Gericht endet darin, dass sie „in den Feuersee geworfen“ werden (Offb 20,15).
  2. Öffentliche Rechtfertigung von Gottes Gerechtigkeit

    • „Bücher wurden geöffnet“ und „die Toten wurden gerichtet … nach ihren Werken“ (Offb 20,12–13).
    • Ihre Werke, Worte und Motive (vgl. Matthäus 12,36–37; Römer 2,16) bilden ein vollständiges Protokoll, das das Urteil rechtfertigt.
  3. Festlegung der Grade der Strafe

    • Ihre Taten werden geprüft, um den Grad der Strafe zu bestimmen (vgl. Matthäus 11,20–24; Lukas 12,47–48; Offb 20,12–13).
    • Alle sind verloren, aber nicht alle werden in gleicher Strenge bestraft.
  4. Endgültige Reinigung des Universums von der Sünde

    • Mit Satan, dem Tod, dem Hades und den Verlorenen im Feuersee (Offb 20,14) wird das Universum von allem Bösen gereinigt.
    • Erst dann offenbart Gott „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Offb 21,1).

Während das Bema also die Belohnung der Geretteten betrifft, geht es beim Großen Weißen Thron um die Vergeltung an den Verlorenen und die endgültige Beseitigung des Bösen.


6. Ergebnis: Ewige Folgen der jeweiligen Gerichte

Ein direkter Vergleich macht den Gegensatz besonders deutlich:

AspektRichterstuhl ChristiGericht vor dem Großen Weißen Thron
Wer wird gerichtet?Nur Gläubige (die in Christus sind)Nur Ungläubige (die gottlosen Toten)
Wann?Nach der Entrückung; vor bzw. im Zusammenhang mit der sichtbaren Wiederkunft Christi und dem ReichNach dem 1.000-jährigen Millennium; kurz vor dem neuen Himmel und der neuen Erde
Zweck?Bewertung der Werke; Gewährung oder Entzug von LohnBestätigung der Schuld; Festlegung der Strafmaße; Reinigung von der Sünde
Konsultierte Bücher?Implizit das „Werksregister“ zur Bemessung des LohnesBücher der Werke; das Buch des Lebens wird ausdrücklich geöffnet
Streitfrage?Lohn vs. Verlust des LohnesEwiges Schicksal bereits als verloren feststehend; Grad der Strafe
Ergebnis für die Anwesenden?Alle sind gerettet; manche reich belohnt, manche erleiden Verlust von LohnAlle sind verurteilt; alle werden in den Feuersee geworfen (der zweite Tod)
Bezug zum HeilHeil wird vorausgesetzt und ist sicherHeil ist abwesend und endgültig verworfen

6.1 Ergebnis des Richterstuhls Christi

Für Gläubige:

  • Kein Verlust des Heils: „er selbst wird gerettet werden“ (1. Kor 3,15).
  • Manche empfangen größeren Lohn, Ehre und Verantwortung im Reich (Lukas 19,17–19).
  • Andere werden Scham und Verlust bei der Ankunft Christi erfahren (vgl. 1. Johannes 2,28), weil sie wenig Frucht in ihrem Christenleben hervorgebracht haben.

Doch die ewige Heimat jedes Gläubigen ist dieselbe: für immer bei Christus (Johannes 14,1–3). Die Frage ist nicht, wo er die Ewigkeit verbringt, sondern wie – mit welcher Kapazität für Dienst, Freude und Lohn.

6.2 Ergebnis des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron

Für Ungläubige:

  • Alle werden schuldig befunden; keiner ist im Buch des Lebens eingeschrieben (Offb 20,15).
  • Alle werden in den Feuersee geworfen, der beschrieben wird als:
    • Der zweite Tod (Offb 20,14).
    • Ewige Strafe (Matthäus 25,46).
    • Getrenntsein von der gnädigen Gegenwart Gottes (2. Thessalonicher 1,8–9).
  • Es gibt Grade der Strafe, doch die gemeinsame Realität ist eine ewige, bewusste Pein.

Ihr ewiges Schicksal ist unumkehrbar festgelegt; es gibt keine Berufung, keine zweite Chance und keine Vernichtung im Sinn der Auslöschung. Der Große Weiße Thron ist das endgültige, unwiderrufliche Urteil über alle, die ohne Christus sterben.


7. Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Die richtige Unterscheidung zwischen diesen beiden Gerichten hat mehrere wichtige Konsequenzen:

  1. Heilsgewissheit für Gläubige
    Gläubige müssen das Gericht vor dem Großen Weißen Thron nicht fürchten. Christus hat ihre Verdammnis bereits getragen (Römer 8,1). Ihr zukünftiges Erscheinen vor Christus dient der Bewertung und Belohnung, nicht der Entscheidung über Himmel oder Hölle.

  2. Nüchternheit hinsichtlich der Verantwortung der Christen
    Der Richterstuhl Christi macht deutlich, dass das gegenwärtige Leben der Gläubigen ewige Bedeutung hat. Das Heil ist allein aus Gnade, doch der Lohn bemisst sich nach Treue und Werken.

  3. Dringlichkeit der Evangelisation
    Das Gericht vor dem Großen Weißen Thron unterstreicht die ewige Gefahr des Unglaubens. Wer Christus in diesem Leben verwirft, wird ihm im kommenden als Richter begegnen – ohne Möglichkeit der Rettung dann.

  4. Zuversicht in Gottes Gerechtigkeit
    Beide Gerichte zeigen, dass Gott vollkommen gerecht ist – indem er den Dienst seiner Kinder belohnt und die Sünde der Verlorenen in vollkommener Kenntnis jeder Tat und jeder verpassten Gelegenheit angemessen richtet.


8. Schlussfolgerung

Der Richterstuhl Christi und das Gericht vor dem Großen Weißen Thron sind nicht zwei Beschreibungen desselben Ereignisses, sondern zwei unterschiedliche, einander ergänzende Bestandteile von Gottes endzeitlichem Heilsplan.

  • Der Richterstuhl Christi ist ein himmlisches Gericht für Gläubige, nach der Entrückung, mit dem Schwerpunkt auf Werken, Treue und Lohn, wobei das Heil bereits gesichert ist.
  • Das Gericht vor dem Großen Weißen Thron ist das endgültige Weltgericht über Ungläubige, nach dem Millennium, mit dem Schwerpunkt auf Schuld, Graden der Strafe und der ewigen Entfernung des Bösen, wobei alle Anwesenden in den Feuersee geworfen werden.

Diese biblische Unterscheidung zu erkennen, klärt sowohl die Hoffnung und Verantwortung des Gläubigen als auch das ernste Schicksal des Ungläubigen. Sie lässt sowohl die Gnade Gottes im Heil als auch die Heiligkeit Gottes im Gericht in vollem Licht erscheinen.


FAQ

F: Sind das Gericht vor dem Großen Weißen Thron und der Richterstuhl Christi dasselbe Ereignis?

Nein. Der Richterstuhl Christi ist nur für Gläubige und dient der Bewertung ihrer Werke und der Zuteilung von Lohn, während das Gericht vor dem Großen Weißen Thron nur für Ungläubige ist, um ihre Schuld zu bestätigen und sie in den Feuersee zu verweisen. Sie finden zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Heilsplan Gottes statt und haben verschiedene Zwecke und Ergebnisse.

F: Werden Christen vor dem Großen Weißen Thron erscheinen?

Nein. Christen werden nicht vor dem Großen Weißen Thron erscheinen. Ihre Sünden wurden am Kreuz gerichtet, ihre Namen stehen im Buch des Lebens, und sie sind bereits vor dem Richterstuhl Christi erschienen, um ihren Lohn zu empfangen. Der Große Weiße Thron ist ausschließlich für die gottlosen Toten bestimmt, deren Namen nicht im Buch des Lebens stehen.

F: Kann ein Gläubiger sein Heil am Richterstuhl Christi verlieren?

Nein. Das Heil steht am Richterstuhl Christi niemals zur Disposition. Nach 1. Korinther 3,15 wird ein Gläubiger, dessen Werke verbrennen, „Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden“. Beim Bema geht es um Lohn oder Verlust von Lohn, nicht um den Eintritt in den Himmel.

F: Was ist der Hauptzweck des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron in der biblischen Eschatologie?

Der Hauptzweck des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron besteht darin, Gottes gerechte Verurteilung aller Ungläubigen zu vollenden, den vollständigen Bericht ihrer Taten offen zu legen, angemessene Strafgrade zuzuweisen und das Universum von der Sünde zu reinigen, bevor der neue Himmel und die neue Erde offenbart werden.

F: Warum beurteilt Gott die Werke der Gläubigen, wenn sie doch schon gerettet sind?

Gläubige werden zum Zweck des Lohnes beurteilt, um Gottes Gerechtigkeit zu demonstrieren und Treue im Dienst zu ehren. Während das Heil ein freies Geschenk ist, das durch Glauben empfangen wird, werden Belohnungen gemäß den Werken vergeben. Der Richterstuhl Christi macht deutlich, dass das Leben der Christen nach der Bekehrung bleibende, ewige Auswirkungen hat.

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Häufig gestellte Fragen

F: Sind das Gericht vor dem Großen Weißen Thron und der Richterstuhl Christi dasselbe Ereignis?
Nein. Der Richterstuhl Christi ist nur für Gläubige und dient der Bewertung ihrer Werke und der Zuteilung von Lohn, während das Gericht vor dem Großen Weißen Thron nur für Ungläubige ist, um ihre Schuld zu bestätigen und sie in den Feuersee zu verweisen. Sie finden zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Heilsplan Gottes statt und haben verschiedene Zwecke und Ergebnisse.
F: Werden Christen vor dem Großen Weißen Thron erscheinen?
Nein. Christen werden nicht vor dem Großen Weißen Thron erscheinen. Ihre Sünden wurden am Kreuz gerichtet, ihre Namen stehen im Buch des Lebens, und sie sind bereits vor dem Richterstuhl Christi erschienen, um ihren Lohn zu empfangen. Der Große Weiße Thron ist ausschließlich für die gottlosen Toten bestimmt, deren Namen nicht im Buch des Lebens stehen.
F: Kann ein Gläubiger sein Heil am Richterstuhl Christi verlieren?
Nein. Das Heil steht am Richterstuhl Christi niemals zur Disposition. Nach *1. Korinther 3,15* wird ein Gläubiger, dessen Werke verbrennen, „Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden“. Beim Bema geht es um Lohn oder Verlust von Lohn, nicht um den Eintritt in den Himmel.
F: Was ist der Hauptzweck des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron in der biblischen Eschatologie?
Der Hauptzweck des Gerichts vor dem Großen Weißen Thron besteht darin, Gottes gerechte Verurteilung aller Ungläubigen zu vollenden, den vollständigen Bericht ihrer Taten offen zu legen, angemessene Strafgrade zuzuweisen und das Universum von der Sünde zu reinigen, bevor der neue Himmel und die neue Erde offenbart werden.
F: Warum beurteilt Gott die Werke der Gläubigen, wenn sie doch schon gerettet sind?
Gläubige werden zum Zweck des Lohnes beurteilt, um Gottes Gerechtigkeit zu demonstrieren und Treue im Dienst zu ehren. Während das Heil ein freies Geschenk ist, das durch Glauben empfangen wird, werden Belohnungen gemäß den Werken vergeben. Der Richterstuhl Christi macht deutlich, dass das Leben der Christen nach der Bekehrung bleibende, ewige Auswirkungen hat.

L. A. C.

Theologe spezialisiert auf Eschatologie, engagiert darin, Gläubigen zu helfen, Gottes prophetisches Wort zu verstehen.

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