Himmel vs. Hölle: Der große Kontrast
1. Einleitung
Die Bibel stellt der Menschheit eine scharfe, letztgültige Alternative vor Augen: Himmel vs. Hölle. Es handelt sich dabei nicht um vage religiöse Symbole, sondern um konkrete, ewige Bestimmungen. Der Himmel wird als Wohnort Gottes und der Erlösten in Auferstehungsherrlichkeit beschrieben; die Hölle als Ort bewusster, nie endender Strafe für die Unbußfertigen.
Das Verständnis des Kontrasts zwischen Himmel und Hölle ist zentral für die biblische Eschatologie. Die Schrift stellt beide ständig nebeneinander – ewiges Leben vs. ewige Strafe, Freude vs. Gericht, das neue Jerusalem vs. der Feuersee – damit wir das volle Gewicht von Gottes Verheißungen und Gottes Warnungen spüren.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über zentrale biblische Lehren zu Himmel und Hölle und hebt ihren großen Gegensatz in fünf Hauptbereichen hervor: Wesen, Bewohner, Erfahrung, Dauer und der Weg, der zu jedem dieser beiden Ziele führt.
2. Himmel und Hölle als reale, ewige Orte
2.1 Himmel: Neuer Himmel, neue Erde, neues Jerusalem
Biblisch ist der Himmel sowohl:
- ein Zustand (vollkommene Gemeinschaft mit Gott) als auch
- ein Ort (eine reale, geschaffene Ordnung, in der diese Gemeinschaft genossen wird).
Nach dem messianischen Reich (Millennium) offenbart die Schrift einen neuen Himmel und eine neue Erde:
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen.“
— Offenbarung 21,1
Das Zentrum dieser ewigen Ordnung ist „die heilige Stadt, das neue Jerusalem“ (Offb 21,2), eine gewaltige, strahlende Stadt, die beschrieben wird als:
- „sie hatte die Herrlichkeit Gottes“ (Offb 21,11),
- erbaut aus „lauter Gold, gleich reinem Glas“ (Offb 21,18),
- unmittelbar erleuchtet durch den Herrn:
„Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtete sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“
— Offenbarung 21,23
Der Himmel ist in seiner ewigen Gestalt das voll offenbare Reich Gottes in einer erneuerten Schöpfung, in der Gerechtigkeit auf Dauer wohnt (2Petr 3,13).
2.2 Hölle: Gehenna, äußerste Finsternis, Feuersee
Im direkten Gegensatz dazu stellt die Bibel die Hölle als einen realen Ort des Gerichts dar. Mehrere Begriffe beschreiben diese Wirklichkeit:
- Gehenna – der Ausdruck, den Jesus häufig verwendet (z. B. Mt 10,28), anknüpfend an das brennende Abfalltal (Hinnomtal) außerhalb Jerusalems.
- Äußerste Finsternis – ein Bereich des Ausschlusses vom Reich Gottes, „dort wird Heulen und Zähneklappern sein“ (Mt 8,12).
- Der Feuersee – die endgültige Bestimmung Satans, der Dämonen, des Todes und aller, deren Namen nicht im Buch des Lebens stehen:
„Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.“
— Offenbarung 20,15
Während das neue Jerusalem mit Licht, Edelsteinen und lebensspendendem Wasser geschildert wird, wird die Hölle mit Feuer, Finsternis und Trennung beschrieben. Beide sind konkrete, endzeitliche Realitäten, nicht bloße Symbole innerer Seelenzustände.
3. Kontrastierende Bewohner und Bestimmungen
3.1 Wer wird im Himmel sein?
Der ewige Himmel – neuer Himmel und neue Erde mit dem neuen Jerusalem – wird bewohnt sein von:
- Gott, dem Dreieinigen: „und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein“ (Offb 22,3).
- Dem Lamm, Jesus Christus, in seinem verherrlichten Leib (Offb 5,6; Phil 3,21).
- Dem Heiligen Geist, der aktiv gegenwärtig ist (Offb 22,17).
- Heiligen Engeln in festlicher Versammlung (Hebr 12,22; Offb 5,11).
- Den Erlösten aller Zeitalter:
- „eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen“ (Offb 7,9),
- „die Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind … und die Geister der vollendeten Gerechten“ (Hebr 12,23).
Der Himmel ist ausdrücklich ausschließlich für die, die zu Christus gehören:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
— Johannes 3,3
„Und nichts Unreines wird jemals in sie eingehen … sondern nur die, welche geschrieben sind im Buch des Lebens des Lammes.“
— Offenbarung 21,27
3.2 Wer wird in der Hölle sein?
Die Hölle ist ebenso exklusiv – aber in entgegengesetzter Richtung. Ihre endgültige Form, der Feuersee, ist bereitet für:
- Satan und seine Engel (Mt 25,41; Offb 20,10),
- das Tier und den falschen Propheten (Offb 19,20; 20,10),
- alle unbußfertigen Ungläubigen, deren Namen im Buch des Lebens fehlen (Offb 20,15).
Jesus beschreibt die in die Hölle Verstoßenen als:
„…die Böcke… ‚Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!‘“
— Matthäus 25,41
Und die Schrift nennt beispielhaft Lebensmuster, die ein unerneuertes Herz bezeugen:
„Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und die Gräuelhaften und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner – ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“
— Offenbarung 21,8
Zusammengefasst: Der Himmel ist die ewige Heimat der Vergebenen; die Hölle ist die ewige Heimat der Unvergebenen.
4. Die Erfahrung von Himmel vs. Hölle
Der Erfahrungsunterschied zwischen Himmel und Hölle könnte nicht größer sein. Die Schrift verwendet parallele Sprache, um dies zu betonen: ewiges Leben vs. ewige Strafe (Mt 25,46).
4.1 Himmel: Freude, Ruhe, Leben und Anbetung
Der Himmel ist geprägt von unvermischtem Segen – körperlich, seelisch und geistlich.
Keine Trauer und kein Schmerz
„Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
— Offenbarung 21,4
Kein Fluch, kein Tod, keine Nacht
„Und es wird nichts Verfluchtes mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen.“
— Offenbarung 22,3
„Und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und nicht des Lichtes der Sonne; denn Gott, der Herr, wird sie erleuchten.“
— Offenbarung 22,5
Vollkommendes Auferstehungsleben
Gläubige werden verherrlichte, unverwesliche Leiber empfangen (1Kor 15,42–54; Phil 3,21). Es wird:
- keine Krankheit geben (Offb 22,2),
- kein Altern,
- keinen Tod (Offb 21,4).
Unendliche Gemeinschaft und Anbetung
„Und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein.“
— Offenbarung 22,4
Der Himmel ist gottzentriert. Seine höchste Freude ist Gott zu schauen und ihm zu dienen:
- „und seine Knechte werden ihm dienen“ (Offb 22,3).
- Die Erlösten werden ewig singen, dienen und lernen und dabei immer tiefer die unausforschlichen Reichtümer Gottes erkennen.
4.2 Hölle: Bewusste, gerechte, endlose Strafe
Im radikalen Gegensatz dazu wird die Hölle als Ort beschrieben, an dem sich der heilige Zorn Gottes über die Sünde offenbart.
Bewusste Qual
„…und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
— Offenbarung 20,10
Jesus spricht von:
- „Heulen und Zähneklappern“ (Mt 13,42),
- „wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“ (Mk 9,48).
Trennung von der begnadigenden Gegenwart Gottes
„fern vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft.“
— 2. Thessalonicher 1,9
Die Verlorenen hören nicht auf zu existieren; vielmehr existieren sie getrennt vom Segen Gottes, unter seinem gerechten Gericht.
Keine Linderung, keine Hoffnung, kein Ende
In Lukas 16,19–31 ist der reiche Mann im Hades:
- in Qual in der Flamme,
- durch einen „großen Abgrund“ unüberwindlich getrennt,
- selbst eines Tropfens Wassers zur Linderung beraubt.
Während der Himmel die Erfüllung aller gottgemäßen Sehnsucht ist, ist die Hölle die feststehende, bewusste Erfahrung des göttlichen Gerichts, ohne Möglichkeit der Umkehr.
5. Der moralische und geistliche Kontrast
5.1 Himmel: Heiligkeit, Liebe und erfüllte Gerechtigkeit
Der Himmel ist eine heilige Stadt:
„Und nichts Unreines wird in sie eingehen … sondern nur die, welche geschrieben sind im Buch des Lebens des Lammes.“
— Offenbarung 21,27
Die ewige Ordnung wird beschrieben als:
- „neue Erde, in der Gerechtigkeit wohnt“ (2Petr 3,13),
- ein Bereich, in dem der Fluch aufgehoben ist (Offb 22,3).
Dort herrscht vollkommene, sündenfreie Liebe:
- zu Gott: das höchste Gebot wird ohne jede Beeinträchtigung erfüllt (Mt 22,37),
- zueinander: keine Eifersucht, kein Neid, keine zerbrochenen Beziehungen; vollkommene Einheit der Erlösten (Hebr 12,23).
5.2 Hölle: Endgültigkeit von Sünde und Gericht
Die Hölle ist die Folge unbußfertiger Sünde und die Bestätigung von Gottes Gerechtigkeit:
„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; die Gnadengabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“
— Römer 6,23
Die in der Hölle sind keine moralisch neutralen Opfer. Es sind Menschen, die:
- Gottes Autorität abgelehnt,
- seinen Sohn verworfen und
- in Unglauben und Rebellion verharrt haben.
Die Hölle macht sichtbar:
- den Ernst der Sünde (gegen einen unendlich heiligen Gott),
- die Gerechtigkeit der göttlichen Vergeltung (Röm 2,5–8),
- die unveränderliche sittliche Ordnung in Gottes Universum.
Während der Himmel die Reichtümer seiner Gnade offenbart, offenbart die Hölle die Strenge seines Gerichts (Röm 11,22).
6. Dauer: Ewiges Leben vs. ewige Strafe
Die Bibel stellt Himmel und Hölle in Bezug auf ihre Dauer nebeneinander:
„Und diese werden hingehen zur ewigen Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.“
— Matthäus 25,46
Dasselbe griechische Wort für „ewig“ (aiōnios) wird verwendet für:
- Gott selbst (Röm 16,26),
- das ewige Leben und
- die ewige Strafe.
6.1 Die ewige Sicherheit des Himmels
Die Erlösten werden:
- „herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb 22,5),
- nie mehr der Sünde, dem Tod oder dem Fluch ausgesetzt sein (Offb 21,4; 22,3),
- in einer Stadt wohnen, deren Fundamente „nicht erschüttert werden können“ (Hebr 12,28; 11,10).
Der Himmel ist unantastbar, weil:
- das Werk Christi vollendet und vollkommen ist (Hebr 10,14),
- die Heiligen durch Gottes Macht bewahrt werden (1Petr 1,3–5).
6.2 Die ewige Unumkehrbarkeit der Hölle
In gleicher Weise sind die Urteile der Hölle:
- endgültig – „und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebr 9,27),
- unumkehrbar – keine zweite Chance, keine Umkehr nach dem Tod, kein Entkommen (Lk 16,26),
- ewig – „und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb 14,11).
Jede Sichtweise, die die Hölle zu einer zeitlich begrenzten Züchtigung oder zu Vernichtung abschwächt, unterläuft die ausdrückliche Lehre Jesu und die Parallele zum ewigen Leben. Der große Kontrast besteht nicht zwischen ewigem Leben und vorübergehendem Unbehagen, sondern zwischen ewiger Freude und ewigem Gericht.
7. Der Weg zum Himmel vs. der Weg zur Hölle
7.1 Der schmale Weg zum Himmel
Der Zugang zum Himmel erfolgt allein aus Gnade, allein durch Glauben, allein in Christus.
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
— Johannes 14,6
„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es.“
— Epheser 2,8
Der Himmel ist ein bereiterter Ort für ein bereitetes Volk (Joh 14,2–3). Diese Vorbereitung besteht nicht in moralischer Selbstverbesserung, sondern in:
- Buße über Sünde,
- Vertrauen auf Christi stellvertretenden Tod und seine Auferstehung,
- Wiedergeburt durch den Geist (Joh 3,3–7).
Wer so mit Christus vereint ist, hat seinen Namen im Buch des Lebens des Lammes (Offb 21,27).
7.2 Der breite Weg zur Hölle
Niemand „verdient“ die Hölle in dem Sinn, dass er Strafe anstrebt; und doch gehen wir alle von Natur aus den Weg, der dorthin führt:
„Geht ein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zur Verdammnis führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen.“
— Matthäus 7,13
Der „Weg zur Hölle“ ist:
- im Unglauben zu bleiben (Joh 3,18),
- die Finsternis mehr zu lieben als das Licht (Joh 3,19),
- Gottes Gnadenangebot in Christus abzulehnen.
Gott „will, daß alle Menschen gerettet werden“ (1Tim 2,4), aber er zwingt niemanden zur Liebe. Die ewige Zweiteilung der Menschheit in Himmel und Hölle ist letztlich die Folge davon, wie Menschen auf seinen Sohn reagieren.
8. Vergleichstabelle: Himmel vs. Hölle in der Bibel
| Kategorie | Himmel (Neuer Himmel & Neue Erde) | Hölle (Feuersee / Gehenna) |
|---|---|---|
| Wesen | Erneuerte Schöpfung, heilige Stadt, Wohnung Gottes (Offb 21–22) | Ort des Gerichts, äußerste Finsternis, Feuersee (Mt 25; Offb 20) |
| Bewohner | Gott, das Lamm, der Geist, Engel, Erlöste aus allen Zeitaltern | Satan, Dämonen, Tier, falscher Prophet, Ungläubige |
| Erfahrung | Freude, Anbetung, Ruhe, Dienst, Erkenntnis, Liebe, Herrlichkeit | Heulen, Zähneknirschen, Qual, Ausschluss, Reue |
| Umgebung | Licht, Leben, Strom des Lebens, Baum des Lebens, kein Fluch, kein Tod | Feuer, Finsternis, keine Linderung, kein Ausweg, Gegenwart des Zorns |
| Dauer | Ewiges Leben, ewiges Herrschen (Offb 22,5; Mt 25,46) | Ewige Strafe, ewige Verderbung (Mt 25,46; 2Thess 1,9) |
| Zugang | Nur durch Christus; aus Gnade durch Glauben; Buch des Lebens | Durch Verharren in Unglauben und Unbußfertigkeit; Namen nicht im Buch des Lebens |
| Moralischer Charakter | Vollkommene Heiligkeit und Gerechtigkeit, keine Sünde | Endgültige Bestätigung der Rebellion; gerechte Vergeltung für Sünde |
9. Schlussfolgerung
Die biblische Eschatologie konfrontiert uns mit einer unausweichlichen Realität: Jeder Mensch ist auf dem Weg entweder zum Himmel oder zur Hölle. Die Schrift stellt beide zusammen vor – das neue Jerusalem oder den Feuersee, ewiges Leben oder ewige Strafe, das Angesicht Gottes oder die Trennung von seiner Gunst – damit wir sowohl das Wunder der Gnade als auch den Ernst der Sünde erkennen.
Der Himmel ist die ewige Heimat des Volkes Gottes, eine erneuerte Schöpfung, in der sie sein Angesicht sehen, ihm vollkommen dienen und ewig an seiner Freude Anteil haben. Die Hölle ist das ewige Gefängnis der Feinde Gottes, ein Ort bewusster, gerechter Vergeltung, an dem die Tür der Barmherzigkeit – in diesem Zeitalter so weit geöffnet – ein für alle Mal geschlossen ist.
Die entscheidende Frage ist nicht religiöse Leistung, sondern die Beziehung zu Jesus Christus. Wer ihm vertraut, teilt sein Schicksal; wer ihn verwirft, teilt das Schicksal des Teufels und seiner Engel.
Der große Kontrast zwischen Himmel und Hölle ist letztlich eine große Einladung:
„Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!“
— Offenbarung 22,17
FAQ
F: Sind Himmel und Hölle wörtliche Orte oder nur Symbole?
Die Bibel stellt sowohl Himmel als auch Hölle als reale, objektive Bereiche dar. Der Himmel ist ein neuer Himmel und eine neue Erde mit einer realen Stadt, dem neuen Jerusalem (Offb 21–22). Die Hölle wird beschrieben als Feuersee, äußerste Finsternis und Ort des Heulens und Zähneklapperns (Mt 25; Offb 20). Die Bildsprache ist eindrücklich, verweist aber auf konkrete, ewige Realitäten, nicht bloß auf innere Bewusstseinszustände.
F: Wie definiert die Bibel den Hauptunterschied zwischen Himmel und Hölle?
Auf der tiefsten Ebene besteht der Unterschied in der Beziehung zu Gott durch Christus. Der Himmel bedeutet, beim Herrn zu sein in ewiger Freude und Herrlichkeit (1Thess 4,17); die Hölle bedeutet, fern vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft unter Gericht zu sein (2Thess 1,9). Diese Beziehungs-Spaltung drückt sich in radikal unterschiedlichen Umgebungen, Erfahrungen und Bestimmungen aus.
F: Ist die Hölle ewig, oder wird sie irgendwann enden?
Jesus stellt „ewige Strafe“ und „ewiges Leben“ in Matthäus 25,46 direkt nebeneinander. Dasselbe Wort für „ewig“ wird für beides verwendet. Die Offenbarung spricht außerdem von Qual „Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb 20,10; 14,11). Nach der Bibel ist die Hölle ewig, nicht vorübergehend und nicht vernichtend im Sinn der Auslöschung der Existenz.
F: Kann jemand nach dem Tod von der Hölle in den Himmel gelangen?
Nein. Die Schrift gibt keinen Hinweis auf Buße oder Übertritt nach dem Tod. Jesu Bericht vom reichen Mann und Lazarus zeigt einen „großen Abgrund“, der befestigt ist, sodass niemand von der einen Seite auf die andere gelangen kann (Lk 16,26). Hebräer 9,27 sagt, dass nach dem Tod das Gericht kommt, nicht eine weitere Chance. Die Zeit der Entscheidung ist dieses Leben.
F: Wie kann ich sicher sein, dass ich in den Himmel komme und nicht in die Hölle?
Nach der Bibel kommt Gewissheit dadurch, dass man sich von der Sünde abwendet und allein auf Jesus Christus als Herrn und Retter vertraut. Er sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh 5,24). Diejenigen, die aus dem Geist wiedergeboren, aus Glauben gerechtfertigt und durch Gottes Macht bewahrt sind (Joh 3; Röm 5; 1Petr 1,3–5), dürfen eine feste Hoffnung auf den Himmel und Freiheit von der Furcht vor der Hölle haben.
Häufig gestellte Fragen
F: Sind Himmel und Hölle wörtliche Orte oder nur Symbole?
F: Wie definiert die Bibel den Hauptunterschied zwischen Himmel und Hölle?
F: Ist die Hölle ewig, oder wird sie irgendwann enden?
F: Kann jemand nach dem Tod von der Hölle in den Himmel gelangen?
F: Wie kann ich sicher sein, dass ich in den Himmel komme und nicht in die Hölle?
L. A. C.
Theologe spezialisiert auf Eschatologie, engagiert darin, Gläubigen zu helfen, Gottes prophetisches Wort zu verstehen.
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