Den Neuen Bund verstehen: Israel, die Gemeinde oder beides?

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1. Einleitung

Die Frage „Für wen gilt der Neue Bund – für Israel, für die Gemeinde oder für beide?“ steht im Zentrum der biblischen Eschatologie und der Auslegung von Gottes Heilsplan in der Geschichte. Die Antwort prägt unser Verständnis von der Zukunft Israels, vom Wesen der Gemeinde und von der Erfüllung alttestamentlicher Prophetie.

Dieser Artikel untersucht den Neuen Bund in Jeremia 31 und seine Anwendung im Neuen Testament und vertritt die Auffassung, dass:

  • der Neue Bund mit dem nationalen Israel geschlossen wird,
  • die Gemeinde jetzt an seinen geistlichen Segnungen durch Christus Anteil hat,
  • der Bund in seiner Fülle zukünftig an Israel erfüllt wird.

Damit bleiben sowohl die Integrität der alttestamentlichen Verheißungen als auch die Einheit des Heils in Christus gewahrt.


2. Der Neue Bund in Jeremia 31

Die grundlegende Stelle ist Jeremia 31,31–34:

„Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde – nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen …
… Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der HERR:
Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen und es in ihr Herz schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. …
Denn ich will ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken.“
Jeremia 31,31–34

2.1. Die direkt angesprochenen Bundespartner

Der Text ist eindeutig: Der Neue Bund wird geschlossen „mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda“. In seinem ursprünglichen Kontext gilt:

  • „Israel“ und „Juda“ bezeichnen die konkreten, ethnischen Nationen, die von Abraham, Isaak und Jakob abstammen.
  • Der Bund wird dem mosaischen Bund gegenübergestellt, der beim Auszug aus Ägypten geschlossen wurde („als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen“).

Nichts im Kapitel legt nahe, dass „Israel“ plötzlich als „Gemeinde“ umgedeutet wird.

2.2. Kernverheißungen des Neuen Bundes

Zentrale Merkmale des Neuen Bundes in Jeremia 31 und parallelen Texten (z. B. Hesekiel 36,25–27; 37,21–28; Jesaja 59,21) sind:

  • Verinnerlichtes Gesetz
    „Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen und es in ihr Herz schreiben“ (Jer 31,33).

  • Persönliche Gotteserkenntnis
    „Sie alle werden mich erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen“ (Jer 31,34).

  • Vollständige und endgültige Vergebung
    „Ich will ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken“ (Jer 31,34).

  • Wohnende und befähigende Gegenwart des Geistes
    „Ich will meinen Geist in euer Inneres geben und will machen, dass ihr in meinen Satzungen wandelt“ (Hes 36,27).

  • Nationale Wiederherstellung Israels
    „Ich will die Kinder Israel aus den Nationen holen … und sie in ihr Land bringen. Und ich will sie zu einer Nation machen im Land“ (Hes 37,21–22).

Diese Verheißungen zusammen beschreiben das Gesamtpaket des Neuen Bundes: geistliche Erneuerung, Vergebung, der Heilige Geist und nationale Wiederherstellung im Land unter einem davidischen König.

2.3. Unaufhebbarkeit und Israels Zukunft

Unmittelbar danach verankert Jeremia den Neuen Bund in Gottes unerschütterlicher Zusage zur fortdauernden Existenz Israels:

„So spricht der HERR,
der die Sonne gesetzt hat zum Licht bei Tag
und den Mond und die Sterne zur Ordnung bei Nacht …:
„Wenn diese Ordnung vor meinem Angesicht weichen könnte …,
dann würde auch der Same Israels aufhören, allezeit ein Volk vor mir zu sein.“
Jeremia 31,35–36

Der Neue Bund garantiert somit die nationale Zukunft Israels. Israel wird keineswegs ersetzt, sondern ist auf eine zukünftige Wiederherstellung hin zugesichert.


3. Die Anwendung des Neuen Bundes im Neuen Testament

Das Neue Testament verbindet immer wieder den Tod Jesu mit dem Neuen Bund und wendet dessen Segnungen auf Gläubige der Gemeindezeit an.

3.1. Jesu Worte beim letzten Abendmahl

Bei der Einsetzung des Abendmahls sagte Jesus:

„Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“
Lukas 22,20 (vgl. Matthäus 26,28; 1. Korinther 11,25)

Hier gilt:

  • Jesus initiiert den Neuen Bund ausdrücklich durch seinen stellvertretenden Tod.
  • Sein Blut ist das bundbesiegelnde Opfer, das in Jeremia und Hesekiel vorausgesetzt wird.

Doch die ursprünglichen Bundespartner (Israel und Juda) haben noch nicht alles erfahren, was verheißen wurde – insbesondere nicht die nationale Wiederherstellung und die universale Erkenntnis des HERRN im Volk.

3.2. Paulus und der Neue Bund

Paulus bezieht sich zweimal ausdrücklich auf den Neuen Bund:

  • 1. Korinther 11,25 – Anwendung der Worte Jesu auf die fortlaufende Feier des Abendmahls in der Gemeinde.
  • 2. Korinther 3,6 – „Der uns auch tüchtig gemacht hat, zu Dienern des neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“

Die korinthischen Gläubigen (weitgehend Heidenchristen) sind:

  • Empfänger eines Dienstes des Neuen Bundes („Diener des neuen Bundes“),
  • erleben das Wirken des Geistes in den Herzen, im Gegensatz zum Gesetz auf steinernen Tafeln (2 Kor 3,3).

Damit wird deutlich: Die Gemeinde hat Anteil an den Segnungen des Neuen Bundes – insbesondere Vergebung, innewohnender Geist und verwandelte Herzen –, weil diese Segnungen aus dem Sühnwerk Christi hervorgehen, das die Grundlage des Neuen Bundes bildet.

3.3. Der Hebräerbrief und der Neue Bund

Der Hebräerbrief zitiert Jeremia 31,31–34 ausführlich (Hebräer 8,8–12; 10,16–17) und kommt zu folgendem Schluss:

„Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Verschwinden nahe.“
Hebräer 8,13

Wesentliche Beobachtungen:

  • Der Verfasser kontrastiert den mosaischen Bund („den ersten“) mit dem Neuen Bund.
  • Er betont, dass der mosaische Bund veraltet ist, weil der verheißene Neue Bund durch das Hohepriestertum Christi in Kraft gesetzt wurde.
  • Die Segnungen des Neuen Bundes (Vergebung, inneres Gesetz, Zugang zu Gott) werden jetzt an Gläubige angewendet.

Doch der Hebräerbrief sagt nicht, dass die Gemeinde Israel als „Haus Israel“ und „Haus Juda“ ersetzt. Vielmehr haben Gläubige in Christus – Juden wie Heiden – Anteil an den geistlichen Segnungen des Neuen Bundes, der Israel verheißen wurde.


4. Hauptpositionen: Israel, die Gemeinde oder beide?

Innerhalb der evangelikalen Theologie, besonders im Bereich der biblischen Prophetie, haben sich vier Hauptauffassungen darüber herausgebildet, auf wen sich der Neue Bund bezieht. Sie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

SichtAuf wen sie angewendet wirdHauptproblem(e)
Nur GemeindeNeuer Bund gilt ausschließlich der Gemeinde; „Israel“ = GemeindeIgnoriert den klaren OT-Wortlaut („Haus Israel und Haus Juda“); leugnet die nationale Zukunft Israels.
Nur IsraelNeuer Bund gilt ausschließlich ethnischem Israel; Gemeinde unbeteiligtKann die Anwendung der Bundes-Sprache durch Jesus und Paulus auf gegenwärtige Gläubige nicht erklären.
Zwei Neue BündeEin Neuer Bund für Israel; ein getrennter Neuer Bund für die GemeindeDie Schrift spricht nie von zwei Neuen Bünden; gleiche Terminologie und das gleiche, kreuzeszentrierte Sühnopfer liegen zugrunde.
Gemeindliche TeilhabeNeuer Bund ist mit Israel geschlossen; die Gemeinde hat Anteil an seinen geistlichen Segnungen in der Gegenwart, während die volle Erfüllung an einem wiederhergestellten Israel ausstehtHarmonisiert AT- und NT-Daten; bewahrt die Unterscheidung Israel–Gemeinde und zugleich die Einheit in Christus.

Aus dispensational, prämillennialer Perspektive erklärt die Sicht der „gemeindlichen Teilhabe“ die biblischen Daten am umfassendsten.


5. Für wen ist der Neue Bund also bestimmt?

5.1. Primär für Israel (den Bundespartner)

Biblisch gesehen wird der Neue Bund mit Israel geschlossen:

  • Er ist ausdrücklich an das „Haus Israel und Haus Juda“ adressiert (Jer 31,31).
  • Seine Verheißungen umfassen nationale, territoriale und politische Aspekte (z. B. Sammlung ins Land, ein König über das vereinte Israel, dauerhafte Wohnstatt im Land – Hes 37,21–28).
  • Römer 11,26–27 zitiert Jesaja 59,20–21 im Zusammenhang mit der endzeitlichen Errettung Israels:

„Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht:
„Es wird aus Zion der Erlöser kommen,
er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden.
Und dies ist mein Bund mit ihnen,
wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.““

Paulus:

  • bekräftigt eine zukünftige, nationale Hinwendung Israels zu Christus,
  • verbindet dieses Ereignis mit der Bundesverheißung der Sündenvergebung.

Damit bleibt klar: Israel ist der primäre, direkte Bundespartner. Der Neue Bund garantiert, dass eine zukünftige Generation Israels in eine bleibende Bundesbeziehung mit Gott geführt wird – im eigenen Land, unter der Herrschaft des Messias.

5.2. Sekundär für die Gemeinde (Teilhabe an den Segnungen)

Gleichzeitig lehrt das Neue Testament eindeutig, dass Gläubige der Gemeindezeit bereits zentrale geistliche Segnungen des Neuen Bundes erfahren:

  • Vergebung der Sünden (Heb 10,17–18),
  • innewohnender Heiliger Geist (Röm 8,9; 2 Kor 3,3.6),
  • Gottes Gesetz in die Herzen geschrieben (Anwendung der Jer-31-Sprache in 2 Kor 3),
  • Zugang zu Gott durch Christus, unseren Hohenpriester (Heb 10,19–22).

Das ist möglich, weil:

  • die Grundlage des Neuen Bundes das Blut Christi ist (Lk 22,20; Heb 9,15),
  • dieses Sühnwerk ausreichend für alle ist – Juden wie Heiden,
  • Heiden, die in Christus sind, in den Ölbaum der Verheißung eingepfropft werden (Röm 11,17–24) und dadurch an Israels geistlichen Segnungen, nicht aber an seiner nationalen Identität Anteil erhalten.

In diesem Sinn gilt:

  • Die Gemeinde übernimmt Israels Neuen Bund nicht.
  • Vielmehr teilt sie in seinen geistlichen Gaben, während die volle nationale Erfüllung der Verheißungen auf Israels zukünftige Wiederherstellung wartet.

6. Israel, die Gemeinde und die Verlässlichkeit von Gottes Verheißungen

Dieses Verständnis des Neuen Bundes bewahrt:

6.1. Gottes Treue zu Israel

Gottes Bünde mit Israel (abrahamischer, davidischer, Neuer Bund) sind:

  • unbedingt (gegründet auf Gottes „Ich will“),
  • ewig (z. B. Jer 32,40; Hes 37,26),
  • unwiderruflich (Röm 11,29: „Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“).

Würde die Gemeinde Israel einfach ersetzen, wären diese Bünde – insbesondere die in Jeremia 31 bekräftigte Zusage der beständigen nationalen Existenz Israels – aufgehoben oder umdefiniert. Das würde Gottes Treue in Frage stellen.

6.2. Einheit des Heils in Christus

Zugleich gibt es nur einen Heilsweg für Juden und Heiden:

  • durch Glauben an Christus und sein ein für alle Mal dargebrachtes Opfer (Heb 10,10.14),
  • alle Erlösten, zu jeder Zeit, gehören zur Erlösungsgemeinschaft Gottes.

Der Neue Bund ist der endgültige, überlegene Bund, unter dem letztlich alle Erlösten – Israel und Gemeinde – stehen. Aber innerhalb dieser Einheit bestehen unterschiedliche Rollen und Verheißungen, insbesondere für das nationale Israel im endzeitlichen Heilsplan Gottes.


7. Schlussfolgerung

Werden wir also fragen: Gilt der Neue Bund Israel, der Gemeinde oder beiden?

  • In Ursprung und primärer Zielrichtung ist der Neue Bund mit dem nationalen Israel („Haus Israel und Haus Juda“) geschlossen und garantiert dessen zukünftige geistliche Erneuerung und nationale Wiederherstellung im Land unter dem Messias.
  • In Anwendung und aktueller Erfahrung hat die Gemeinde Anteil an den geistlichen Segnungen des Neuen Bundes – besonders Vergebung, innewohnender Geist und verwandelte Herzen –, weil diese Segnungen aus dem Blut Christi als Bundesblut fließen.

Dieses ausgewogene, textorientierte Verständnis:

  • nimmt den klaren Wortsinn von Jeremia 31 ernst,
  • erklärt die neutestamentliche Anwendung der Sprache des Neuen Bundes auf gegenwärtige Gläubige,
  • schützt sowohl die Treue Gottes zu Israel als auch die Einheit der Erlösung in Christus.

Der Neue Bund ist somit für Israel als Bundespartner und für die Gemeinde als Gnadenteilhaberin – verschiedene Rollen, ein einziger Bund, zentriert in Jesus Christus.


FAQ

F: Hebt der Neue Bund die alttestamentlichen Verheißungen an Israel auf?

Nein. Der Neue Bund erfüllt und sichert Gottes Verheißungen an Israel; er hebt sie nicht auf. Jeremia 31 verbindet den Neuen Bund ausdrücklich mit der dauerhaften Existenz Israels als Nation, und Römer 11 erwartet eine zukünftige nationale Hinwendung Israels zu Christus im Zusammenhang mit diesem Bund.

F: Ist die Gemeinde das „neue Israel“ unter dem Neuen Bund?

Die Schrift nennt die Gemeinde an keiner Stelle „Israel“. Zwar hat die Gemeinde Anteil an den Segnungen des Neuen Bundes durch die Einheit mit Christus, doch der Begriff „Israel“ bezeichnet durchgängig das ethnische Israel – sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Die Gemeinde ist eine eigenständige Heilsgemeinschaft, bestehend aus gläubigen Juden und Heiden, nicht ein Ersatz für Israel.

F: Wie nimmt die Gemeinde heute am Neuen Bund teil?

Die Gemeinde hat durch das Blut Christi, das den Neuen Bund in Kraft gesetzt hat, Anteil am Neuen Bund. Gläubige erleben heute Vergebung der Sünden, den innewohnenden Heiligen Geist und Gottes Gesetz in ihre Herzen geschrieben – alles zentrale Segnungen des Neuen Bundes –, während die vollständigen nationalen und territorialen Aspekte erst in Israels zukünftiger Wiederherstellung erfüllt werden.

F: Wird der Neue Bund eine zukünftige Erfüllung für Israel haben?

Ja. Jeremia 31; Hesekiel 36–37; Römer 11,26–27 weisen auf eine zukünftige, nationale Erfüllung hin, wenn Israel gesammelt, wiedergeboren und im Land vom Messias regiert wird. Diese zukünftige Heilszeit – verbunden mit dem tausendjährigen Reich (Millennium) Christi – ist die Phase, in der der Neue Bund für Israel vollumfänglich verwirklicht sein wird.

F: Gibt es mehr als einen Neuen Bund – einen für Israel und einen für die Gemeinde?

Nein. Die Bibel kennt nur einen Neuen Bund, gegründet auf das einmalige Opfer Christi. Die Annahme zweier getrennter Neuer Bünde schafft eine künstliche Unterscheidung, die biblisch nicht belegt ist. Es gibt einen Bund, geschlossen mit Israel, dessen geistliche Segnungen die Gemeinde teilt, während die nationalen Verheißungen in Israels zukünftiger Errettung und Wiederherstellung erfüllt werden.

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Häufig gestellte Fragen

F: Hebt der Neue Bund die alttestamentlichen Verheißungen an Israel auf?
Nein. Der Neue Bund **erfüllt und sichert** Gottes Verheißungen an Israel; er hebt sie nicht auf. *Jeremia 31* verbindet den Neuen Bund ausdrücklich mit der **dauerhaften Existenz Israels als Nation**, und *Römer 11* erwartet eine zukünftige nationale Hinwendung Israels zu Christus im Zusammenhang mit diesem Bund.
F: Ist die Gemeinde das „neue Israel“ unter dem Neuen Bund?
Die Schrift nennt die Gemeinde an keiner Stelle „Israel“. Zwar hat die Gemeinde **Anteil an den Segnungen des Neuen Bundes** durch die Einheit mit Christus, doch der Begriff **„Israel“ bezeichnet durchgängig das ethnische Israel** – sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Die Gemeinde ist eine **eigenständige Heilsgemeinschaft**, bestehend aus gläubigen Juden und Heiden, nicht ein Ersatz für Israel.
F: Wie nimmt die Gemeinde heute am Neuen Bund teil?
Die Gemeinde hat durch das **Blut Christi**, das den Neuen Bund in Kraft gesetzt hat, Anteil am Neuen Bund. Gläubige erleben heute **Vergebung der Sünden, den innewohnenden Heiligen Geist und Gottes Gesetz in ihre Herzen geschrieben** – alles zentrale Segnungen des Neuen Bundes –, während die **vollständigen nationalen und territorialen Aspekte** erst in Israels zukünftiger Wiederherstellung erfüllt werden.
F: Wird der Neue Bund eine zukünftige Erfüllung für Israel haben?
Ja. *Jeremia 31; Hesekiel 36–37; Römer 11,26–27* weisen auf eine **zukünftige, nationale Erfüllung** hin, wenn Israel gesammelt, wiedergeboren und im Land vom Messias regiert wird. Diese zukünftige Heilszeit – verbunden mit dem **tausendjährigen Reich (Millennium) Christi** – ist die Phase, in der der Neue Bund für Israel **vollumfänglich verwirklicht** sein wird.
F: Gibt es mehr als einen Neuen Bund – einen für Israel und einen für die Gemeinde?
Nein. Die Bibel kennt **nur einen** Neuen Bund, gegründet auf das **einmalige Opfer Christi**. Die Annahme zweier getrennter Neuer Bünde schafft eine künstliche Unterscheidung, die biblisch nicht belegt ist. Es gibt **einen Bund**, geschlossen mit Israel, dessen **geistliche Segnungen die Gemeinde teilt**, während die **nationalen Verheißungen in Israels zukünftiger Errettung und Wiederherstellung** erfüllt werden.

L. A. C.

Theologe spezialisiert auf Eschatologie, engagiert darin, Gläubigen zu helfen, Gottes prophetisches Wort zu verstehen.

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