Die zwei Zeugen
1. Einleitung
Die zwei Zeugen in Offenbarung 11 gehören zu den eindrucksvollsten Gestalten der biblischen Eschatologie. Ihr kurze, aber äußerst machtvolle Erscheinung in der Endzeit bündelt zentrale Themen der Offenbarung: göttliches Zeugnis, prophetische Vollmacht, heftige Verfolgung, Tod, Auferstehung und göttliche Rechtfertigung.
Offenbarung 11,3–13 bietet eine komprimierte Darstellung dessen, wer diese zwei Zeugen sind, wie ihr Dienst während der Großen Trübsal beschaffen ist und welches dramatische Schicksal sie vor der sichtbaren Wiederkehr Christi ereilt. Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf diese zwei Zeugen – auf ihre Identität, ihre Sendung, ihren Schutz und ihr Martyrium sowie auf ihre Auferstehung und Himmelfahrt.
2. Identität der zwei Zeugen
2.1 Wörtlich oder symbolisch?
Ausleger diskutieren seit langem, ob die zwei Zeugen symbolisch (z. B. als Darstellung von Gesetz und Propheten oder des Alten und Neuen Testaments) oder als wörtlich zu verstehende Personen anzusehen sind. Offenbarung 11 schildert sie jedoch in deutlich personaler Weise:
- Sie tragen Sackkleid (Offb 11,3).
- Sie weissagen für eine fest umrissene Zeitspanne (1.260 Tage).
- Sie vollbringen konkrete Wunder (Offb 11,5–6).
- Sie werden getötet, ihre Leichname liegen in einer bestimmten Stadt (Offb 11,7–8).
- Sie werden sichtbar auferweckt und in den Himmel aufgenommen (Offb 11,11–12).
Solche greifbaren Details passen wesentlich besser zu wirklichen Menschen als zu rein symbolischen Größen. Auch wenn ihr Dienst selbstverständlich eine symbolische Dimension besitzt, legt der Text selbst am natürlichsten die Sicht nahe, dass die zwei Zeugen künftige, reale historische Personen sind, die während der Trübsal auftreten werden.
2.2 „Zwei Ölbäume und zwei Leuchter“
Die Offenbarung beschreibt die Zeugen mit alttestamentlichen Bildern:
„Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.“
— Offenbarung 11,4
Diese Sprache erinnert an Sacharja 4, wo Jeschua (Josua), der Hohepriester, und Serubbabel, der Statthalter, als Ölbäume dargestellt werden, die Öl für einen Leuchter liefern – ein Bild für geistgewirkte Führung bei der Wiederherstellung Israels. In Offenbarung 11 sind die zwei Zeugen in ähnlicher Weise:
- Leuchter – Träger göttlichen Lichts und göttlichen Zeugnisses in einer finsteren Zeit
- Ölbäume – Kanäle der Kraft des Heiligen Geistes für ihren prophetischen Dienst
Die Bildsprache unterstreicht, dass es sich bei diesen Zeugen um geist-erfüllte menschliche Propheten handelt, die Gott zu einem entscheidenden Zeitpunkt in der Heilsgeschichte beruft.
2.3 Sind die Zeugen Mose und Elia?
Obwohl die Offenbarung die beiden Zeugen nicht namentlich nennt, identifizieren viele Ausleger sie mit Mose und Elia. Diese Sicht stützt sich auf mehrere zusammenlaufende Hinweise:
-
Ähnlichkeit der Wunder (Offb 11,5–6)
- Sie „haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle“ (Offb 11,6), was an Elias Dürre erinnert (1. Könige 17,1; Jakobus 5,17).
- Sie haben Macht „über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie nur wollen“ (Offb 11,6), was an die Wundertaten Moses in Ägypten erinnert (2. Mose 7–11).
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Erscheinung bei der Verklärung
Mose und Elia erschienen mit Jesus auf dem Berg der Verklärung (Matthäus 17,1–3), einem Vorausblick auf die Herrlichkeit des Reiches. Ihre Teilnahme an diesem Ereignis mit dem verklärten Christus weist voraus auf ihre eschatologische Rolle im Zusammenhang mit seiner Wiederkunft. -
Alttestamentliche Erwartung eines zukünftigen Elia-Dienstes
Maleachi kündigt an:„Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HERRN kommt.“
— Maleachi 3,23 (Luth.; Hebr. 4,5)Zwar kam Johannes der Täufer „im Geist und in der Kraft des Elia“ (Lukas 1,17), doch erfüllte er nicht alle endzeitlichen Erwartungen. Ein zukünftiger, elia-ähnlicher Dienst fügt sich gut in das Bild von Offenbarung 11 ein.
-
Gesetz und Propheten gemeinsam bezeugend
Mose repräsentiert das Gesetz, Elia die Propheten. Ihr gemeinsames Auftreten betont das volle Zeugnis der hebräischen Schriften, das sich in der Endzeit im endgültigen Zeugnis für Christus während der Trübsal bündelt.
Andere Deutungen wurden vorgeschlagen (z. B. Henoch und Elia oder zwei noch unbekannte Propheten), und absolute Gewissheit ist nicht erreichbar. Im Rahmen einer futuristischen, prämillennialen Auslegung harmoniert die Identifikation Mose–Elia jedoch am besten mit den textlichen, historischen und theologischen Daten.
3. Der Dienst der zwei Zeugen
3.1 Dauer und zeitliche Einordnung
Die Offenbarung ist hier sehr eindeutig:
„Und ich werde meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, und sie werden 1.260 Tage weissagen, in Sack gekleidet.“
— Offenbarung 11,3
- 1.260 Tage entsprechen dreieinhalb Jahren, einer zentralen prophetischen Zeitspanne, die auch beschrieben wird als:
- „zweiundvierzig Monate“ (Offb 11,2; 13,5)
- „eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit“ (Daniel 7,25; 12,7; Offb 12,14)
In einem üblichen Schema der siebenjährigen Trübsal (auf der Grundlage von Daniel 9,27) umfasst ihr 1.260-tägiger Dienst die Hälfte dieser Periode. Viele Ausleger verorten ihren Dienst in der zweiten Hälfte (der Großen Trübsal), und zwar aus folgenden Gründen:
- Der enge Zusammenhang mit dem Niedertrampeln Jerusalems für „zweiundvierzig Monate“ (Offb 11,2), eine Phase, die mit der Herrschaft des Antichristen verbunden ist.
- Ihr anhaltender Konflikt mit „dem Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt“ (Offb 11,7), dessen voll entfaltetes Auftreten besonders für die zweite Hälfte charakteristisch ist.
- Der unmittelbare Übergang von ihrem Dienst und ihrer Auferstehung zur Posaune des siebten Engels (Offb 11,15–19), die den Höhepunkt der Trübsal in den Blick rückt.
Andere sehen ihren Dienst in der ersten Hälfte. Auch wenn die genaue Zuordnung umstritten ist, bleibt die zentrale Aussage: Für eine genau bestimmte Spanne von dreieinhalb Jahren wird Gott diese Männer in Jerusalem als seine besonderen Repräsentanten bewahren und bevollmächtigen.
3.2 Ort und Zielgruppe
Der Schauplatz ihres Dienstes wird klar benannt:
„…und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die geistlich Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde.“
— Offenbarung 11,8
„Wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde“ kann sich nur auf Jerusalem beziehen. Ihr primäres Wirkungsfeld ist somit:
- Geographisch: Jerusalem, der religiöse und politische Brennpunkt der endzeitlichen Ereignisse
- Ethnisch: in besonderer Weise Israel, auch wenn ihr Zeugnis aufgrund seines wunderhaften Charakters und weltweiter Berichterstattung globale Reichweite haben wird
Jerusalem wird sinnbildlich als „Sodom und Ägypten“ bezeichnet, was seine geistliche Abkehr, moralische Verdorbenheit und Versklavung durch Götzendienst während der Trübsal hervorhebt. In dieses Dunkel hinein treten die zwei Zeugen als prophetische Lichter, die Israel und die Völker zur Umkehr rufen.
3.3 Charakter ihres Botschaftsdienstes
Von den zwei Zeugen heißt es, sie würden „weissagen“ (Offb 11,3), und sie tragen Sackkleid, das klassische Zeichen von Trauer und Buße. Ihr Dienst umfasst:
- Verkündigung des Gerichts – Ankündigung des herannahenden Zorns Gottes über eine rebellische Welt
- Aufruf zur Buße – dringende Mahnung an Israel und die Nationen, sich von der Sünde zum wahren Gott zu wenden
- Verkündigung des kommenden Reiches – Proklamation der Nähe der Wiederkunft Christi und der Aufrichtung seiner Herrschaft
Ihr Sackkleid weist hin auf Trauer über die Sünde, Klage über geistliche Abkehr und einen drängenden Bußruf in den letzten Tagen vor der Zweiten Wiederkunft.
3.4 Wunderkräfte
Gott stattet die zwei Zeugen mit außergewöhnlicher übernatürlicher Vollmacht aus:
„Und wenn jemand ihnen schaden will, so geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen schaden will, muss er so getötet werden. Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle; und sie haben Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie wollen.“
— Offenbarung 11,5–6
Wesentliche Aspekte ihrer Macht:
- Schutz durch Feuer: Jeder, der versucht, ihnen zu schaden, wird vernichtet. Ob es sich um buchstäbliches Feuer handelt oder um ein Bild für unmittelbares göttliches Gericht – die Wirkung ist real und tödlich.
- Kontrolle über den Regen: Sie verschließen den Himmel, sodass während der ganzen Dauer ihres prophetischen Dienstes kein Regen fällt – in Parallele zu Elias Dürre.
- Gerichte über Erde und Wasser: Sie verwandeln Wasser in Blut und bringen „jede Plage“, wie die Plagen, die Mose über Ägypten brachte.
Diese Wunder wirken als:
- beglaubigende Zeichen ihres göttlichen Auftrags
- gerichtliche Handlungen Gottes gegenüber einer verstockten Welt
- Vorausbilder und möglicherweise Bestandteile der in den Posaunen- und Schalengerichten beschriebenen Katastrophen
Während ihres gesamten, von Gott gesetzten Auftrags sind sie unantastbar. Keine menschliche oder dämonische Macht kann sie zum Schweigen bringen, bevor Gottes Absicht mit ihrem Zeugnis erfüllt ist.
4. Das Schicksal der zwei Zeugen
4.1 Ihr Martyrium
Offenbarung 11 betont einen entscheidenden Wendepunkt:
„Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und sie überwinden und sie töten.“
— Offenbarung 11,7
Die Abfolge ist theologisch höchst bedeutsam:
- Erst „wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben“ erlaubt Gott ihre Tötung. Zeitpunkt und Art ihres Todes stehen vollständig unter seiner Souveränität.
- Ihr Töter ist „das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt“, identisch mit dem Antichrist, dem endzeitlichen Weltherrscher, der von Satan befähigt wird.
Ihr Dienst endet im Martyrium. Doch selbst diese scheinbare Niederlage steht unter Gottes Kontrolle und bereitet eine noch größere Offenbarung seiner Macht vor.
4.2 Öffentliche Zurschaustellung und weltweite Freude
Der Umgang mit ihnen im Tod offenbart den geistlichen Zustand der Welt:
„Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen … Und die von den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname dreieinhalb Tage lang und lassen nicht zu, dass ihre Leichname in ein Grab gelegt werden. Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und werden fröhlich und werden einander Geschenke senden, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen.“
— Offenbarung 11,8–10
Wesentliche Elemente:
- Ihre Leichname bleiben unbestattet auf den Straßen Jerusalems liegen – eine bewusst inszenierte Verachtung und Demütigung.
- Menschen aus „Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen“ sehen dies. In der heutigen Zeit ist dies leicht als globale Medienberichterstattung zu verstehen, durch die die ganze Welt das Geschehen in Echtzeit verfolgt.
- Die ungläubige Welt freut sich, feiert und tauscht Geschenke aus, als handele es sich um einen gotteslästerlichen Festtag. Die zwei Zeugen hatten die Erdbewohner „gequält“ – das heißt, ihre Bußpredigt und die Plagen haben eine Welt konfrontiert, die Gott entschieden ablehnt.
Diese groteske Feier gehört zu den drastischsten biblischen Bildern endzeitlicher Verstockung. Die Menschheit wird die Lüge des Antichrist lieber annehmen als die Wahrheit Gottes – selbst angesichts offensichtlicher, übernatürlicher Zeichen.
4.3 Auferstehung und Himmelfahrt
Gottes letztes Wort über den Dienst der zwei Zeugen ist nicht der Tod, sondern Auferstehung und Erhöhung:
„Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht fiel auf die, welche sie sahen. Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sagte: Kommt hier herauf! Und sie fuhren auf in den Himmel in der Wolke, und ihre Feinde sahen sie.“
— Offenbarung 11,11–12
Dieser Höhepunkt entfaltet sich in drei Schritten:
-
Auferstehung
- „Der Geist des Lebens aus Gott“ kommt in sie, was an Hesekiel 37 und Gottes souveräne Macht über den Tod erinnert.
- Sie „stellten sich auf ihre Füße“, sichtbar lebendig an genau dem Ort, an dem die Welt ihre Leichname bejubelt hatte.
-
Weltweite Furcht
- „Große Furcht fiel auf die, welche sie sahen.“ Das weltweite Publikum, das ihren Tod gesehen und ihren Gott verspottet hat, wird nun Augenzeuge einer öffentlichen, unbestreitbaren Auferstehung.
-
Himmelfahrt
- Sie hören den Befehl „Kommt hier herauf!“, ähnlich der Stimme in Offenbarung 4,1.
- Sie fahren „in der Wolke“ in den Himmel auf, in Parallele zu Christi Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1,9) und in Anklang an die Entrückungs-Bildsprache (1. Thessalonicher 4,17).
- Ihre Feinde „sahen sie“, sodass dieses Ereignis als sichtbares, endzeitliches Zeichen für die Überlegenheit des wahren Gottes dient.
Ihre Auferstehung und Himmelfahrt sind eine machtvolle Rechtfertigung ihres Zeugnisses und eine direkte Zurückweisung der Machtansprüche des Antichrist.
4.4 Unmittelbare Folgen
Unmittelbar nach ihrer Himmelfahrt berichtet die Offenbarung:
„Und in jener Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es wurden siebentausend Menschen durch das Erdbeben getötet; und die Übrigen wurden sehr erschrocken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.“
— Offenbarung 11,13
Die Konsequenzen:
- Ein gewaltiges Erdbeben erschüttert Jerusalem.
- Ein Zehntel der Stadt stürzt ein.
- Siebentausend Menschen kommen um – wahrscheinlich ein Hinweis auf bedeutende Persönlichkeiten oder führende Schichten.
- „Die Übrigen … gaben dem Gott des Himmels die Ehre“, was zumindest in Ansätzen auf Buße oder ein klares Anerkennen von Gottes Realität und Macht hinweist.
So trägt der Dienst der zwei Zeugen auch nach ihrer Aufnahme in den Himmel Frucht und dient weiter Gottes Absichten von Gericht und Rettung in der Trübsal.
5. Die theologische Bedeutung der zwei Zeugen
Im Rahmen der biblischen Eschatologie illustrieren die zwei Zeugen mehrere zentrale Wahrheiten:
| Thema | Wie sich dies an den zwei Zeugen zeigt |
|---|---|
| Göttliches Zeugnis | Gott lässt sich selbst in der dunkelsten Stunde nicht ohne Zeugen. |
| Souveränität über die Geschichte | Dauer ihres Dienstes, Tod und Auferstehung sind exakt von Gott bestimmt. |
| Konflikt von Wahrheit und Bösem | Ihr Dienst ruft den Hass des Tieres und der Welt hervor. |
| Gewissheit der Auferstehung | Gott rechtfertigt seine Knechte öffentlich nach scheinbarer Niederlage. |
| Zentralität Jerusalems & Israels | Ihr Dienst ist in Jerusalem verankert und lenkt Gottes Heilsprogramm auf Israel. |
In einer von der Täuschung des Antichrist beherrschten Welt stehen die zwei Zeugen als offizielle Sprecher Gottes, beglaubigt durch außergewöhnliche Zeichen und versiegelt durch Martyrium und Auferstehung. Ihre Geschichte weist voraus auf den endgültigen Triumph Christi, der wiederkommen wird, um das Tier zu stürzen und sein Reich aufzurichten.
6. Schlussfolgerung
Die zwei Zeugen von Offenbarung 11 sind keine Randfiguren der biblischen Prophetie, sondern Schlüsselpersonen im Drama der Endzeit. Als wörtliche, vom Geist Gottes bevollmächtigte Propheten – höchstwahrscheinlich Mose und Elia – werden sie dreieinhalb Jahre lang während der Trübsal in Jerusalem dienen.
In Sack gekleidet, werden sie Gericht verkündigen und zur Buße rufen und dabei Wunder wirken, die die großen Taten Gottes in Israels Geschichte widerspiegeln. Unter Gottes Schutz bleiben sie unangreifbar, bis ihr Auftrag erfüllt ist. Dann werden sie vom Tier getötet, öffentlich gedemütigt und von einer rebellischen Welt bejubelt. Doch nach dreieinhalb Tagen wird Gott sie auferwecken und vor den Augen ihrer Feinde in den Himmel rufen, begleitet von einem großen Erdbeben und einer erneuerten Gottesfurcht bei den Überlebenden.
Im größeren Zusammenhang der Eschatologie zeigen die zwei Zeugen, dass Gottes Wort bis zum Ende verkündigt werden wird, dass seine Knechte in seinen Plänen sicher geborgen sind und dass weder Tod noch Widerstand seinen Ratschluss vereiteln können. Ihr Dienst ist zugleich ernste Warnung und tiefe Ermutigung: Selbst in der dunkelsten Phase der Menschheitsgeschichte wird Gott weiterhin reden, weiterhin retten und seine Wahrheit vor den Augen der Welt letztlich rechtfertigen.
FAQ
F: Wer sind die zwei Zeugen in Offenbarung 11?
Die zwei Zeugen in Offenbarung 11 sind zukünftige endzeitliche Propheten, die Gott während der Trübsal erwecken wird, um 1.260 Tage in Jerusalem zu dienen. Obwohl ihre Namen im Text nicht genannt werden, identifizieren viele Ausleger sie aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Wunder und ihres gemeinsamen Auftretens mit Jesus bei der Verklärung als Mose und Elia.
F: Was werden die zwei Zeugen während ihres Dienstes tun?
Die zwei Zeugen werden weissagen, zur Buße aufrufen und Gottes kommendes Gericht und Reich verkündigen. Sie werden mächtige Wunder vollbringen, darunter das Zurückhalten des Regens, das Verwandeln von Wasser in Blut und das Schlagen der Erde mit Plagen. Ihr Dienst wird ein öffentlicher, vom Geist Gottes ermächtigter Zeugendienst für den wahren Gott mitten in der Großen Trübsal sein.
F: Wie lange werden die zwei Zeugen wirken?
Offenbarung 11,3 erklärt, dass die zwei Zeugen 1.260 Tage weissagen werden, was dreieinhalb Jahren entspricht. Diese Spanne umfasst die Hälfte der siebenjährigen Trübsal; viele Ausleger verorten ihren Dienst in der zweiten Hälfte, wenn die Verfolgung Jerusalems durch den Antichrist ihren Höhepunkt erreicht.
F: Was geschieht mit den zwei Zeugen am Ende ihres Dienstes?
Wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier (der Antichrist) sie töten, und ihre Leichname werden dreieinhalb Tage auf den Straßen Jerusalems liegen, während die Welt ihren Tod feiert (Offb 11,7–10). Danach wird Gott sie von den Toten auferwecken und vor den Augen ihrer Feinde in den Himmel rufen (Offb 11,11–12).
F: Warum sind die zwei Zeugen für die biblische Eschatologie wichtig?
Die zwei Zeugen sind wichtig, weil sie Gottes endgültiges prophetisches Zeugnis vor der Wiederkunft Christi verkörpern. Sie zeigen, dass Gott selbst unter der Herrschaft des Antichrist ein klares und machtvolles Zeugnis aufrechterhält, dass er souverän über Leben und Tod steht und dass er seine Knechte letztlich durch Auferstehung und Erhöhung rechtfertigt. Ihr Dienst beleuchtet den Konflikt zwischen göttlicher Wahrheit und weltweitem Aufruhr in den letzten Tagen.
Häufig gestellte Fragen
F: Wer sind die zwei Zeugen in Offenbarung 11?
F: Was werden die zwei Zeugen während ihres Dienstes tun?
F: Wie lange werden die zwei Zeugen wirken?
F: Was geschieht mit den zwei Zeugen am Ende ihres Dienstes?
F: Warum sind die zwei Zeugen für die biblische Eschatologie wichtig?
L. A. C.
Theologe spezialisiert auf Eschatologie, engagiert darin, Gläubigen zu helfen, Gottes prophetisches Wort zu verstehen.
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